Blend vs. Sortenrein

Gattung und Varietät

Von etwa 60 bekannten Kaffeepflanzen sind für den Kaffeeanbau lediglich 2 Kaffeesorten relevant, die Coffea Arabica und die Coffea Canephora mit deren Untergattung Robusta. Wobei die Arabica mit fast 70% Weltmarktanteil die wohl wichtigere Gattung darstellt.

Arabica (auch Java-Bohne)

gattung_arabica
  • stärker säurebetont
  • weniger Bitterstoffe
  • hellere Crema
  • mehr feinere „fruchtige“ Geschmacksnuancen
  • eher ovale Bohne mit ungeradem schmalen Schlitz
  • Anbauhöhe ab ca. 600m bis ca. 2.300m
 

Robusta

gattung_robusta
  • weniger Säure
  • tendenziell bitterer (feine Bitternote - dunkle Schokolade)
  • dunklere Crema
  • verleiht „Körper“ (breiter fülliger Geschmack)
  • eher runde Bohne mit einem geraden, breiten Schlitz
  • Anbauhöhe ab ca. 300m bis ca. 1.000m
 

Sortenreine Kaffeesorten - echte Kaffeespezialitäten

Jedes Anbaugebiet für Kaffeepflanzen - sogar jede einzelne Plantage - bringt eine bestimmte Kaffeebohne mit einem bestimmten Geschmacksprofil hervor. Für den Geschmack einer Kaffeesorte spielt vor allem die Gattung der Kaffeepflanze eine sehr wichtige Rolle. Arabica etwa wächst als sogenannter Hochland-Kaffee in tropischen Höhenlagen und punktet mit seinem feinen, eleganten Aroma. Robusta bringt hingegen eine bittere, strenge Note und mehr Koffein ins Spiel. Dann gibt es noch deren Varietäten (Untergattungen), die oft typisch für einzelne Länder sind. Als weitere wichtige Faktoren, die direkten Einfluss auf den Charakter von Spezialitätenkaffees nehmen, sind Bodenbeschaffung, Witterung und die örtliche Vegetation zu nennen. Je mehr all diese Faktoren miteinander in Harmonie treten, desto spezieller wird das spätere Geschmackserlebnis und macht genau diese Bohnen entsprechend unikat.

 

Blends - die perfekte Mischung machts

Aber auch durch Mischungen (Blends) lassen sich einzigartige Geschmacksprofile erzeugen. Dabei mischt der erfahrene Röstmeister zum Beispiel die Sorten Arabica mit Robusta sowie verschiedene Varietäten, aber auch Röstungen aus verschiedenen Anbaugebieten innerhalb oder außerhalb einer Region, eines Landes. Was kann man mit einer Mischung erreichen? Blends schaffen eine komplexe Geschmacksnote und -tiefe. Es ist damit möglich, ein neues Geschmacksprofil zu kreieren, das im Regelfall sehr ausgewogen ist, weil man unerwünschte Komponenten wie Bitterkeit oder hohen Säuregehalt neutralisieren kann. Unter den Mischungen finden sich beispielsweise besonders milde harmonische Kaffees. Es werden auch Kaffees kreiert, die sich für verschiedenste Zubereitungsarten gleichermaßen eignen, weil ihr Geschmacksprofil sich ausgewogen an die Zubereitungen anpasst. Verschiedene Kaffees zu komponieren erfordert Sachverstand, Erfahrung und viel Geschmacksvermögen.

Bester Kaffee - immer eine subjektive Entscheidung

Zwar kann man aus der Tatsache, dass eine Kaffeesorte eine Mischung darstellt oder sortenrein ist, den Geschmack nicht allein herleiten. Allerdings prägen Blends allgemein sehr harmonische und bewusste Geschmacksprofile aus, während sortenreine Kaffeespezialitäten eher speziell sind. Was von beiden die bessere Wahl ist, kann nur jeder für sich selbst entscheiden.

Bohnenherkunft und Varietätenmischung als Qualitätsmerkmal

Um sich bei der Vielfalt von ganzen Kaffeebohnen im Handel sicher zu sein, auch wirklich Qualität zu kaufen, ist der Blick auf die Herkunft oder das Mischungsverhältnis ein sicherer Hinweis auf richtig guten Kaffee. Die meisten Industriekaffees verzichten komplett auf Angaben wie Anbaugebiet oder Varietäten. Angaben wie 100% Arabica oder 100% Robusta sagen zum Beispiel genauso viel aus wie eine Angabe zu Wein, die sich auf rot oder weiß beschränkt. Es sagt nichts aus und lässt reichlich Raum für Spekulationen. Da will der Kaffeeliebhaber schon etwas mehr wissen. Unsere Röstereien sind stolz auf die Bohnen die sie verwenden und schreiben das auch groß auf all ihre Packungen. Ergo: einfach mal hinterfragen, was ist eigentlich in der Packung, die man gerade kaufen will. Und muss es wirklich das billigste Kilo Kaffee sein?

Fazit:

Regelmäßig etwas Neues probieren, sich mit den Kaffees beschäftigen und den eigenen Horizont erweitern. Es gibt einfach zu viele reizvolle Kaffees, als einem alleine seine Liebe zu schenken:) oder wie die Weinkenner sagen: "Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein"

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